Ein wichtiges Signal für den Sport in Schleswig-Holstein

Hier meine Rede zum Sportentwicklungsplan:

Sehr geehrter Herr Präsident,

meine Damen und Herren,

auch im Namen meiner Fraktion danke ich dem Ministerium für die Erarbeitung des Sportentwicklungsplanes. An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich auch allen weiteren Beteiligten aus dem organisierten Sport, Wissenschaft und Wirtschaft und darüber hinaus danken, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass wir einen so fundierten und ausführlichen Sportentwicklungsplan vorgestellt bekommen können. Die breite Beteiligung an der Erstellung zeigt auch die Bedeutung des Sports für das Land Schleswig-Holstein.

Es ist heute bereits viel Richtiges zur Bedeutung des Sports gesagt worden, zu seiner gesamtgesellschaftlichen Rolle, als Motor für Bewegung und Gesundheit, für Zusammenhalt und Integration. Und damit auch zur Bedeutung des Sports für alle Sport treibenden und im Sport organisierten Menschen.

Sport lehrt uns beispielsweise Verantwortung – nicht nur im Team, sondern auch darüber hinaus. So habe ich es lernen dürfen, als ich als Schüler in meinem Heimatverein unter anderem an der Organisation von Turnieren und Wettkampfveranstaltungen beteiligt war.

Das war eine konkrete Verantwortung, die wir dort als junge Menschen getragen haben. Erstmalig außerhalb der Schule. Und es ist der Sport und es sind die vielen Ehrenamtler*innen, die einem diese wichtigen Erfahrungen ermöglichen.

Ich bin fest davon überzeugt: Wer sich im Sportverein engagiert, ist auf die Aufgaben des Lebens, insbesondere des Berufslebens besser vorbereitet. Sport lehrt uns Vertrauen, wenn wir uns im Team aufeinander verlassen können. Sport lehrt uns, unsere Grenzen auszutesten, wenn der Wettkampfgedanke mal wieder überwiegt und wir uns mit anderen messen.

Aber es sind nicht nur die ausschließlich positiven Erfahrungen, die prägen:

Beispielsweise wenn ich mich daran erinnere, wie einer meiner Mannschaftskollegen als ich noch ein junger Teenager war von einem anderen Mannschaftskollegen vor dem Sport mit einem Stock über den Platz gejagt wurde.

Und das nicht aufgrund eines Streits, sondern „nur“, weil der Kollege, der gejagt wurde, Schwarz war.

Das ist der Trainingstag, an dem unser Trainer uns vorbildlich und eindringlich klar machen musste, dass Rassismus im Sport keinen Platz haben darf – und wir alle doch erfahren mussten, dass er stattfindet und wir alle Verantwortung dafür tragen, gegen Rassismus und für aktiven Antirassismus einzustehen. Selbstredend hat der Nazi danach nicht mehr mit uns Fußball gespielt. Aber es ist so verdammt wichtig, dass in solchen Situationen hingeschaut wird, dass wir ausgebildete, aktive, gute Trainer*innen haben.

Denn: Im Sport und in den Vereinen spiegelt sich unsere Gesellschaft wider. Wenn ein Drittel der Bevölkerung in Sportvereinen organisiert ist, sind diese mit die wichtigsten Multiplikatoren unserer Zeit. Und dann muss gerade im organisierten Sport auch immer wieder mit gutem Beispiel vorangegangen werden. Und glücklicherweise passiert das auch.

Es freut mich beispielsweise sehr, dass Vereine von sich aus Kampagnen starten für Vielfalt und Toleranz im Sport. Und es freut mich sehr, dass der Sport so eine aktive, ja proaktive Rolle bei der Integration Geflüchteter spielt. Oder wenn in Sportvereinen die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ermöglicht wird. Das zeigt eben auch, dass der Sport sich der gesellschaftlichen Herausforderungen annimmt. Und das muss er auch.

Denn so, wie sich unsere Gesellschaft immer weiterentwickelt, entwickelt sich auch die Sportlandschaft immer weiter – muss sie sich immer weiterentwickeln. Das Sportverhalten der Bevölkerung ändert sich. Neue Sportarten kommen dazu oder werden beliebter, andere büßen an Beliebtheit ein. Sportstätten müssen dafür entstehen oder erhalten und erneuert werden. Und: Insbesondere im Bereich des Leistungssports stehen wir auch im Wettbewerb mit anderen Ländern. Selbst oder auch gerade bei den Stützpunktsportarten – wo wir sehen, dass auch andere Länder massiv in ihre Stützpunktinfrastruktur investieren.

Selbstverständlich müssen und werden wir als Land deshalb unseren Teil dazu beitragen, dass wir eine ausreichende Finanzierung des Sports im Land weiterhin sicherstellen. Für strukturelle Kosten genauso, wie für die Finanzierung einer guten und wettbewerbsfähigen Sportstätteninfrastruktur.

Auf alle Entwicklungen wollen wir Antworten geben und für sie gewappnet sein. Dafür haben wir nun erstmalig einen Sportentwicklungsplan. Das ist ein wichtiges Signal für den Sport und eine wichtige Grundlage für die künftige sportpolitische Arbeit.

Ich freue mich, dass wir hier weitgehend fraktionsübergreifend an einem Strang ziehen. Für den Sport im Land. Lassen Sie uns so weiterarbeiten.

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