Tierheimen in Schleswig-Holstein effizient helfen

Die Tierheime im Land machen eine unverzichtbare Arbeit. Insbesondere die oftmals ehrenamtliche Tätigkeit ist für das Wohlergehen und Überleben vieler Tiere von unermesslichem Wert. Dafür möchte ich an dieser Stelle allen engagierten Menschen meinen Dank aussprechen. Was Sie in der täglichen Pflege, in der Organisation und Administration und in der Vermittlung von Tieren leisten, verdient unser aller Respekt. Über diese wichtige Arbeit können wir auch im Landeshaus nicht zu wenig sprechen.

Die Bedeutung der Arbeit der Tierheime ist auch ein Grund, weshalb diese Koalition die Tierheime wieder mit Landesmitteln fördert, was lange nicht der Fall war, und dafür erhebliche Summen bereitgestellt hat.

Finanzielle und strukturelle Verbesserungen kann es unbenommen davon natürlich meistens geben und deshalb ist es auch absolut angezeigt, über Verbesserungsmöglichkeiten zu sprechen.

Lassen Sie mich dazu auf die konkreten Forderungen der Kolleg*innen eingehen, um auch deutlich zu sagen, weshalb wir noch Diskussionsbedarf haben:

  • Sie fordern, die Richtlinie zur Förderung von Tierheimen zu entbürokratisieren.

Entbürokratisierung ist ja erst einmal ein tolles Schlagwort und man könnte verlockt sein, hier schnell auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, der vermeintlich schöneren Gefilden entgegensteuert. Ihrem Zug fehlen allerdings die Gleise. Und wenn wir uns mal umschauen, ist auch die Ausgangslage schon sehr gut.

Konkret: Die Richtlinie über die Unterstützung investiver Maßnahmen ist bereits extrem entbürokratisiert und auch die Auslegung der Vorschriften durch das MELUND erfolgt in höchstem Maße pragmatisch.

Nahezu in Einzelbetreuung kümmern sich die zuständigen Referent*innen um die einzelnen Antragssteller*innen. Alle Tierheime im Land sind über die Förderrichtlinie proaktiv und in direkter Ansprache informiert worden. Beispielsweise beim Erbringen sogenannter Negativbescheide werden wirklich weitgehendste Erleichterungen für die Tierheime ermöglicht.

Dass wir gewisse Mindestvorschriften bei der Förderung mit öffentlichen Geldern haben, muss doch in unser aller Sinne sein. Wir reden noch immer über Steuergeld und müssen damit verantwortungsvoll umgehen – auch, wenn der Förderzweck hundertprozentig in unserem Interesse ist.

Das gilt und funktioniert übrigens auch bei der Förderung von kleinen Kulturprojekten und -einrichtungen sowie bei der Förderung von Kommunen bei der Sanierung von Sportstätten oder der Sanierung von Schulklos.

  • Sie fordern, gemeinsam mit den Kommunen eine Lösung zur Finanzierung der Unterbringung über 28 Tage hinaus zu finden.

Das ist in der Tat kein ganz banaler Punkt und einer, den wir unbedingt miteinander weiter beraten sollten. Gerade wenn wir nicht nur über Fundtiere, sondern auch über sichergestellte Tiere – die ebenfalls oftmals in Tierheimen verwahrt werden – sprechen. Sie sind oftmals schwer zu vermitteln und die bisher vorgesehenen 28 Tage reichen nicht aus.

Wir müssen jedoch auch feststellen, dass wir landesseitig nicht festlegen können, die Frist verpflichtend zu verlängern, da eine solche Festlegung Konnexität auslösen würde. Dementsprechend ist es genau richtig, mit den Kommunen auf Lösungssuche zu gehen.

  • Sie fordern Hilfe für Tierheime bei der Aufnahme von Tieren aus „Animal hoarding“.

Das ist meines Erachtens fast der relevanteste Punkt Ihres Antrages: Die bekannten Fälle von Animal Hoarding sind schon mit Blick auf das Schicksal der Tiere mehr als erschütternd. Sie stellen jedoch auch die Tierheime vor fast unlösbare kapazitive und finanzielle Herausforderungen. Wenn sie auf einen Schlag 50 und mehr Tiere unterbringen, pflegen und versorgen müssen, ist das mit den knappen Räumen, Zeiten und Personalkapazitäten oftmals nicht zu gewährleisten. Gerade weil es sich um sehr kurzfristig eintretende Herausforderungen handelt, müssen wir nach sehr agilen Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten suchen.

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